Institutsgeschichte

Das Institut leitet seit 1. April 2018 Prof. Dr. Stephan Trüby. Mit seinem neuen Team führt er die Tradition des Instituts fort und setzt neue Schwerpunkte durch seine Forschungsbereiche: die Ökonomie und Politik der Architektur sowie Elemente und Synthesen des architektonischen Raumes.

Institutsgeschichte

1967–1993: Prof. Dr. Jürgen Joedicke

Das IGMA wurde 1967 gegen die Theoriefeindlichkeit einer dogmatisch erstarrten Moderne gegründet wurde und nahm im Revolutionsjahr 1968 seinen geregelten Lehrbetrieb auf. Von seinem Gründer Prof. Dr. Jürgen Joedicke wurde das Institut mehr als ein Vierteljahrhundert lang, von 1967 bis 1993 geleitet – mit größter internationaler Resonanz. In dieser Ära standen die Geschichte der modernen Architektur und Interpretationen des zeitgenössischen Bauens im Vordergrund, aber auch die theoretischen Grundlagen der Architektur und ihre Umsetzung in die Praxis. Die beiden Schriftenreihen des Instituts – die in 16 Bänden erschienenen Dokumente der modernen Architektur (1961–1987) und die in neun Bänden erschienen Arbeitsberichte zur Planungsmethodik (1969–1975) – künden es noch heute: Von Anfang an orientierte sich das Institut an Zeitthemen: an Diskussionen über Potentiale der Planungstheorie und Nutzerbeteiligung oder die Relevanz der historischen Stadt. Am IGMA war die Verknüpfung von Entwurfslehre und theoretischer Reflexion von Anfang an Programm. Dies schulte das kontextuelle Denken der Studenten, die ihr Handeln an der Frage ausrichten sollten: Wie wollen wir leben und welche urbane Umwelt wünschen wir uns?

1993–1998: Prof. Dr. Werner Durth

Nach der Emeritierung Jürgen Joedickes übernahm Prof. Dr. Werner Durth das IGMA, um von 1993 bis 1998 in Stuttgart fünf Jahre lang seine historischen Studien zum Verhältnis von Tradition und Moderne fortzuführen. Unter Durth erfolgte auch eine wichtige, wenngleich fast unmerkliche Umbenennung des Instituts: aus „Grundlagen der modernen“ wurde „Grundlagen moderner Architektur“ – gerade angesichts des Mauerfalls war es mehr als nachvollziehbar, dass „moderne Architektur“ nur im Plural gedacht werden kann. Durths IGMA-Forschungen fanden ihren wichtigsten Niederschlag in dem zweibändigen Monumentalwerk Architektur und Städtebau der DDR (1998).

2001–2018: Prof. Dr. Gerd de Bruyn

Nach einem „Interregnum“, in das im Winter 1998/99 unter der Leitung von Prof. Wolfgang Schwinge ein Symposium zum dreißigjährigen Jubiläum des IGMA fiel, leitete von 2001 bis 2018 Prof. Dr. Gerd de Bruyn das IGMA. Unter de Bruyn blieb das Institut weiterhin seiner Sonderrolle gerecht, ein die konventionellen Grenzen des Bauens erweiterndes und überschreitendes interdisziplinäres Institut zu sein, das sich in besonderer Weise um die Vermittlung von Theorie und Praxis, Kunst und Technik, Natur- und Kulturwissenschaften verantwortlich fühlt. Hinzu kamen unter de Bruyn die Auseinandersetzungen mit Phänomenen wie der Mode und der Neuen Medien, des weiteren die Analyse des Wissenschaftscharakters der Architektur sowie die Theorie und Praxis des Bauen mit lebenden Pflanzen (Baubotanik).

Seit 2018: Prof. Dr. Stephan Trüby

Seit April 2018 ist Prof. Dr. Stephan Trüby neuer Leiter des IGMA. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Trüby sind die Architektur und der Städtebau vor allem des 20. und 21. Jahrhunderts, im Besonderen die Ökonomie und Politik der Architektur sowie die Elemente und Synthesen des architektonischen Raumes. Prof. Trüby studierte Architektur an der Architectural Association (AA) in London. Wichtige akademische Stationen waren seine Gastprofessur für Architektur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (2007–2009), die Leitung des Postgraduierten-Studiengangs „Szenografie / Spatial Design“ der Züricher Hochschule der Künste (2009–2014), seine Tätigkeit als Lecturer an der Graduate School of Design der Harvard University (2012–2014) und seine Professor für Architektur und Kulturtheorie an der TU München (2014–2018). Er war Forschungsleiter der Architekturbiennale Venedig 2014 und ist Ständiger Mitarbeiter der Zeitschrifte ARCH+.