Geschichte des IGmA: das erste deutsche Architekturtheorieinstitut im Kontext von Planungstheorie und Technikphilosophie (2018)

Unter „Stuttgarter Schule” wird in Architekturkontexten gemeinhin die konservative Architekturlehre der Theodor-Fischer-Schüler Paul Bonatz, Paul Schmitthenner und Heinz Wetzel verstanden, doch auch die – deutlich progressivere – „Stuttgarter Schule“ der Jahre 1968ff., die noch kaum erforscht ist, sollte nicht vergessen werden. Denn zum einen steht die „Stuttgarter Schule“ aus der Zeit der späten 1960er und der 1970er Jahre (auch) für das radikale Experiment einer „Fakultät ohne Professoren“, im Rahmen dessen Studierende Seminare, Entwürfe und Prüfungen selbstständig gestalteten, Flugblätter druckten und Zeitschriften gründeten; zum zweiten steht sie – als aus heutiger Sicht wohl wichtigstem Resultat dieser „Fakultät ohne Professoren“ – für die im Januar 1968 erfolgte Publikation der ARCH+ 1 im Kollegiengebäude 1 (K1) der Uni Stuttgart; und zum dritten steht sie für die Gründung des IGmA im selben Jahr, dem bundesweit ersten Institut für Architekturtheorie, das unter Prof. Dr. Jürgen Joedicke, dem Herausgeber der zwischen 1961 und 1981 in 14 Bänden erschienenen Schriftenreihe dokumente der modernen architektur, die in neun Bänden vorliegenden Arbeitsberichte zur Planungsmethodik publiziert hat und die Frühphase der ARCH+ beeinflusst hat. Last but not least steht sie für Intellektuelle wie Max Bense, ab 1950 außerordentlicher und ab 1963 ordentlicher Professor (Emeritierung 1978) für Philosophie und Wissenschaftstheorie, oder Horst Rittel, von 1973 bis 1990 Professor am Institut für Grundlagen der Planung.

 

Abschlusspublikation:

Stephan Trüby, Sandra Oehy (Hrsg): ARCH+ features Sonderausgabe: IGmAde: 50+ Jahre Architektur, Theorie & Poiesis '68'18, in: ARCH+ 233: „Norm-Architektur - Von Durand zu BIM“ (November 2018)

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