STUTTGARTER SCHULE, 1968FF.: DIE ARCH+ UND DAS IGmA IM KONTEXT VON PLANUNGSTHEORIE UND TECHNIKPHILOSOPHIE

Unter „Stuttgarter Schule” wird in Architekturkontexten gemeinhin die konservative Architekturlehre der Theodor-Fischer-Schüler Paul Bonatz, Paul Schmitthenner und Heinz Wetzel verstanden, doch auch die – deutlich progressivere – „Stuttgarter Schule“ der Jahre 1968ff., die noch kaum erforscht ist, sollte nicht vergessen werden. Und zwar aus verschiedenen Gründen.

Zum einen steht die „Stuttgarter Schule“ aus der Zeit der späten 1960er und der 1970er Jahre (auch) für das radikale Experiment einer „Fakultät ohne Professoren“, im Rahmen dessen Studierende Seminare, Entwürfe und Prüfungen selbstständig gestalteten, Flugblätter druckten und Zeitschriften gründeten; zum zweiten steht sie – als aus heutiger Sicht wohl wichtigstem Resultat dieser „Fakultät ohne Professoren“ – für die im Januar 1968 erfolgte Publikation der ARCH+ 1 im Kollegiengebäude 1 (K1) der Uni Stuttgart; zum dritten steht sie für die Gründung des IGmA im selben Jahr, dem bundesweit ersten Institut für „Architekturtheorie“, das unter Prof. Dr. Jürgen Joedicke nicht zuletzt die „dokumente der modernen architektur” und die „Arbeitsberichte zur Planungsmethodik” herausgegeben hat und die Frühphase der ARCH+ zumindest indirekt beeinflusst hat. Last but not least steht sie für Intellektuelle wie Max Bense, ab 1950 außerordentlicher und ab 1963 ordentlicher Professor (Emeritierung 1978) für Philosophie und Wissenschaftstheorie, oder Horst Rittel, von 1973 bis 1990 Professor am Institut für Grundlagen der Planung; eine eingehende Analyse der Rezeption von Bense wie Rittel in Architekturkreisen steht noch aus.

Vorarbeiten: Stephan Trüby (Gastkurator): ARCH+ 221: „Tausendundeine Theorie”

ANSPRECHPARTNER: VERENA HARTBAUM, STEPHAN TRÜBY

 
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